RP Emmerich-Rees vom 20.07.16

 

Inakzeptables Verhalten

 

Zur Presseerklärung der Stadt Rees zu“… den Vorkommnissen in der Bürgerversammlung in Haffen“: Sollte man von Bürgermeister Gerwers, einer Stadtverwaltung und Deichverband, die wir mit unserem Geld bezahlen, nicht erwarten können, daß Sie von sich aus in den letzten 6 Wochen eine Versammlung in Haffen einberufen hätten? Sich überhaupt mal den Bewohnern gezeigt hätten, um sich ein Bild der Lage der Bürger zu machen. Hier gibt es Menschen, die einen Schaden weit im 5-stelligen Bereich haben; ältere Menschen mit kleiner Rente, die gleich zweimal regelrecht überspült wurden; Bürger, die bis an´s Ende ihrer Kräfte hilflos gegen diese Wassermengen, die nicht abflossen, gearbeitet haben und, und, und.


Hätten sich Deichverband und insbesondere der Bürgermeister nicht SOFORT nach dem ersten Starkregen bereits der Bürgergemeinschaft vor Ort präsent zeigen müssen?

Ja, BM Gerwers kam dann irgendwann, um eine Eröffnungsrede und Werbung für Glasfaser abzuhalten. Kein Wort, daß man die Situation überhaupt wahrgenommen hat, geschweige denn, daß man daran arbeitet.  

Der Hamminkelner Bürgermeister stand oberschenkeltief im Wasser, auch wenn die Presse nicht zugegen war. Davor, und seiner weiteren Entscheidungen ziehe ich den Hut.- „Bürger!“-meister.  

Vor der Versammlung gab der Geschäftsführer des Deichverbandes Bislich-Landesgrenze Holger Friedrich in einem Interview doch auch Antworten, die Bürgern aber nicht schlüssig erscheinen. Wollte man deshalb vielleicht nicht solche Antworten auf der Bürgerversammlung geben ? Eine Ortsvorsteherin aufzufordern, der immer lauter werdenden Bitte der geschädigten und alleingelassenen Bürger nach einer Aussprache nicht nachzukommen, ist in meinen Augen ein sehr respektloses und inakzeptables Verhalten. In der Überschrift der Pressemitteilung der Stadt spricht diese von „Vorkommnissen“. Nein, es gab nur ein Vorkommnis: das einzige Vorkommnis war, daß die Verantwortlichen trotz wiederholter Bitte fehlten. Ansonsten ist anzumerken, daß trotz Wut der Menschen extrem sachlich diskutiert wurde. 

Festzuhalten ist, daß die Bürger sehr froh waren, daß unsere Ortsvorsteherin diese Bürgerversammlung organisiert hat. Und dafür sind die Bürger ihr umso dankbarer, nachdem sie nun lesen, daß die Stadt und der Deichverband nicht nur nicht erscheinen, sondern auch nicht wollten, daß sie diese Versammlung überhaupt stattfinden läßt. Da gehört Mut zu, und den hat SIE in weitaus doppelter Hinsicht gezeigt. Menschen zuhören, mit Ihnen reden, einfach da zu sein, und dies insbesondere in Notsituationen, kann viel wichtiger sein, als zu warten, bis man Lösungen ohne die Bürger erarbeitet hat.

 

Werner Gronau

Haffen

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