Niederrhein-Nachrichten                                                                    16.07.2016

Entwässerungssystem zwischen Bislich und Reeser Meer          

In einem offenen Brief, den der Verein auf seiner Homepage unter www.eden-niederrhein.de zu jedermanns Einsicht eingestellt hat, bittet EDEN e.V. die Bezirksregierung um Prüfung der örtlichen Situation, bezüglich der Grabenentwässerung, sowie der Grundwasserverhältnisse zwischen Bislich, Diersfordt und Reeser Meer. Dies insbesondere auch in Bezug auf die Einflussnahme durch die geschaffenen Baggerseen. Das in diesem Bereich früher über Jahrzehnte hinweg stets gut gepflegte und vor allem zuverlässige Entwässerungssystem, fiel in weiten Teilen den großflächigen Kiesabgrabungen zum Opfer, während sich geschaffener Ersatz nicht als entsprechend leistungsfähig zeigt, so Eden e.V. Das aufsteigende Grundwasser, sowie anfallendes Regenwasser wurde in früheren Zeiten in diesem Entwässerungsgrabensystem gesammelt, zur Haffen´schen Landwehr geführt und von dort aus durch die offenen Schleusentore im Deichkörper in den Rhein abgeleitet. Bei Hochwasser wurden die Tore geschlossen, und das heran fließende (Graben-) Wasser der Haffen´schen Landwehr über Pumpen in den Rhein abgeleitet.

Viele Bürger bezeugen, dass dieses System immer gut funktionierte, und, sobald die Pumpen gestartet, und somit das Wasser durch diese aus dem Deichhinterland heraustransportiert wurde, sich binnen kürzester Zeit als Folge auch der Grundwasserspiegel senkte. Heutzutage wird dieses Grabenwasser jedoch in die Baggerseen geleitet, um es dort für einen Zeitraum zu „parken“.

Darin sieht EDEN zwei Gefährdungspunkte: Zum einen werden mit der routinemäßigen Einleitung von Oberflächenwasser Düngemittel/ Gülle bzw. Spritzmittel von den Feldern in die Kiesseen eingebracht, welche mit dem Grundwasserleiter, also dem Brunnenwasser verbunden sind. Zum Anderen hieß es seitens des Deichverbandes Bislich-Landesgrenze , dass das Reeser Meer eine Retentionsfläche („Parkfläche“) von 5.8 Millionen Kubikmetern zur Verfügung stellt. Ein Kiessee ist jedoch nach Ansicht der EDENer kein geschlossenes Gefäß, sondern dieses Wasser drückt, wobei der Seepegel ja durch die Einleitung noch zusätzlich nach oben steigt, nun mit seiner "erhöhten Wassersäule“ zusätzlich auch noch in den Grundwasserleiter und führt dadurch dort zu einer Eröhung des Grundwasserspiegels.

Auch bitten die EDENer unsere Bezirksregierung um eine Prüfung, ob der Grundwasserabfluß zum Rhein noch ausreichend vorhanden ist. Nämlich deshalb, weil das Wiederverfüllmaterial des einst ausgebaggerten Rheinvorlandes eventuell eine Grundwasser(teil)barriere bilden könnte. Nach Meinung von „Eden“, ist ein gut konzipiertes und funktionierendes Entwässerungssystem unabdingbar, um überschüssiges Wasser in den Rhein abzuleiten, statt es im Deichhinterland zu „parken“.

Allein der Starkregen erklärt nach Meinung der EDENer weder den langanhaltenden hohen Wasserstand der äußerst schlecht abziehenden Gräben, noch den (im Gegensatz zu Früher) enorm hohen Grundwasserspiegel zwischen Bislich und Haffen. Durch eine Inbetriebnahme der Pumpen an der Haffen´schen Landwehr und insbesondere durch eine massive Absenkung des durch die Einleitung stark erhöhten Wasserspiegels des Reeser Meeres in diese, würde der Grundwasserspiegel kurzfristig gesenkt werden können. Bei einer Leistungsfähigkeit von 2,8m³/s, können diese enorm leistungsfähigen Pumpen bei einem kontinuierlichen Betrieb pro Woche 1,7 Mio Kubikmeter aus dem Deichhinterland zum Rhein schaffen. In den letzten 6 Wochen hätte das gesamte Gebiet folglich mit einer aktiven Entfernung des Oberflächen- und Seewassers, von bis zu 10 Millionen Kubikmetern durch diese leistungsstarken Pumpen, erheblich entlastet werden können.

Warum wurde dieses bewährte Hilfsmittel in den letzten Wochen nicht in Betrieb genommen, sondern stattdessen das eigentlich in den Rhein zu pumpende Wasser in die Baggerseen eingeleitet?Bürger empfinden es als befremdlichen und hilflosen Selbstverteidigungsversuch, die Nicht- Betriebsfähigkeit dieser Pumpen mit einem Wasserstand der Haffen´schen Landwehr unter 14,90mNN zu erklären, wenn man kurz vor den Ansaugrohren der Pumpen eben gerade diesen Wasserstand aktiv durch die Einleitung in das Reeser Meer absenkt. Die Einwohner der Ortschaften müssen nach wie vor Wasser aus ihren Kellern pumpen und haben zum Teil enormen finanziellen Schaden erlitten. In einer am vergangenen Dienstag stattgefundenen Bürgerveranstaltung, äußerten sich viele Bürger empört darüber, daß weder der Deichverband noch der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers bisher das Gespräch mit der Bürgergemeinschaft suchten. Auch die wiederholte Einladung zu einer solchen Versammlung wurde von beiden abgesagt.

 

Vorstand Eden

 


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