Kritik an Kreislandwirt Peters                                          NRZ Emmerich v. 11.08.2015



Rees. Mit Interesse hat Dr. Leo Rehm, Sprecher des Vereins Eden, die Klage des Kreislandwirts Josef Peters in der NRZ hinsichtlich des Verlusts landwirtschaftlicher Nutzflächen im Kreis Kleve verfolgt. „Die Sorgen der Bauern sind diesbezüglich sehr gut nachvollziehbar“, so Rehm. Gerade junge Bauern, die ihre Betriebe weiterentwickeln wollten, könnten dies nicht. Peters nenne, so Rehm, als Hauptgrund für den Rückgang landwirtschaftlicher Flächen die Schaffung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen als Kompensation für Baumaßnahmen. Rehm: „Dabei lässt Herr Peters allerdings einen wesentlichen Aspekt bei der Schilderung der Gründe für die Flächenverknappung landwirtschaftlicher Flächen außer Acht, nämlich den immensen Flächenverbrauch durch Kiesabgrabungen – gerade im Kreis Kleve.“
Zusammenarbeit angeboten

Der enorme Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen durch den Kiesabbau in der niederrheinischen Region mit all seinen negativen Folgen wurde bereits von Bürgerinitiativen, insbesondere von Eden, in der Vergangenheit immer wieder deutlich gemacht. „Bereits im März 2013 wandte sich Eden mit einem Schreiben an den Kreislandwirt Peters, in dem eingehend auf diese Problematik hingewiesen wurde und Eden einen Meinungsaustausch für eine Zusammenarbeit angeboten hat. Leider bekam Eden zum damaligen Zeitpunkt keine Rückmeldung auf ihren Vorschlag“, bedauert der Eden-Sprecher. Dabei sei doch die Entwicklung gerade für die Landwirtschaft im Kreis Kleve dramatisch, so der Eden-Sprecher weiter. Was in dem genannten Brief eingehend dargelegt worden sei.

Die Landwirtschaftskammer NRW stellt auf öffentlichen Veranstaltungen in Bildern und Zahlen die grundlegende Umgestaltung der niederrheinischen Landschaft mit ihren Folgen dar. Sie kommt in ihren Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass zwischen Wesel und Rees, verdeutlicht durch einen Kartenausschnitt von 51 000 Hektar Gesamtfläche, seit 1950 im Schnitt 150 Hektar jährlich und in der Summe bis heute 9000 Hektar Acker- und Weideland durch Kiesabgrabungen verloren gegangen sind. „Dabei handelt es sich im Normalfall um allerbeste Böden“, so Rehm. Das sind 200 landwirtschaftliche Familienbetriebe heutiger durchschnittlicher Größe, 800 direkt verlorene Arbeitsplätze und 3600 Arbeitsplätze in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen. Nachzulesen in dem zum Kiessymposium zum Kiesabbau am 21. März 2013 in Isselburg herausgebrachten Buch (Kiesabbau – was bleibt?“ ab Seite 54). Auch der bereits 2008 gedrehte Eden-Film über den Kiesabbau verdeutliche den immensen Flächenverbrauch durch Abgrabungen. Rehm: „Leider waren auch damals Vertreter der landwirtschaftlichen Verbände, der Landfrauen und auch der Landjugend trotz Einladung zu diesem höchst informativen Symposium nicht anwesend.“

 

Leo Rehm, 1. Vors. „Eden-Niederrhein“

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