Pressemittteilung

der Bürgerinitiative EDEN e.V. Rees

Der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Kleve, Herr Josef Peters, nimmt Ende Juli 2015 in der Presse Stellung zu dem Flächenverlust landwirtschaftlicher Nutzflächen im Kreis Kleve.

Die Sorgen der Bauern sind diesbezüglich sehr gut nachvollziehbar. Viele, gerade junge Bauern, die ihre Betriebe weiterentwickeln möchten, haben mit den von Herrn Peters aufgezeigten Problemen zu kämpfen. Als Hauptursache wird von ihm der Flächenverbrauch für Ausgleichs - und Ersatzmaßnahmen als Kompensation für Baumaßnahmen angeführt. Auch die in den letzten Jahren stark angestiegenen Pacht - und Grundstückspreise machen lt. früherer Aussagen den landwirtschaftlichen Betrieben dauerhaft zu schaffen.

Dabei lässt Herr Peters allerdings einen wesentlichen Aspekt bei der Schilderung der Gründe für die Flächenverknappung landwirtschaftlicher Flächen mit seinen negativen Auswirkungen bei seiner Argumentation außer Acht, nämlich den immensen Flächenverbrauch durch Kiesabgrabungen gerade im Kreis Kleve.

Der enorme Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen durch den Kiesabbau in der niederrheinischen Region mit all seinen negativen Folgen wurde bereits von Bürgerinitiativen, insbesondere von EDEN, in der Vergangenheit ständig deutlich gemacht.

Bereits im März 2013 wandte sich EDEN e.V. - Rees mit einem Schreiben an Herrn Peters, in dem eingehend auf diese Problematik hingewiesen wurde und ein gemeinsamer Meinungsaustausch für eine Zusammenarbeit angeboten wurde. Leider bekam EDEN zum damaligen Zeitpunkt keine Rückmeldung auf ihren Vorschlag.

Dabei ist doch die Entwicklung gerade für die Landwirtschaft im Kreis Kleve dramatisch. Dies wurde in dem Brief eingehend dargelegt.

Sogar die Landwirtschaftskammer NRW stellt auf öffentlichen Veranstaltungen in Bildern und Zahlen die grundlegende Umgestaltung der niederrheinischen Landschaft mit ihren Folgen dar. Sie kommt in ihren Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass zwischen Wesel und Rees, verdeutlicht durch einen Kartenausschnitt von 51.000 ha Gesamtfläche, seit 1950 im Schnitt 150 ha jährlich und in der Summe bis heute 9000 ha Acker - und Weideland durch Kiesabgrabungen verloren gegangen sind. Dabei handelt es sich im Normalfall um allerbeste Böden. Das sind 200 landwirtschaftliche Familienbetriebe heutiger durchschnittlicher Größe, 800 direkt verlorene Arbeitsplätze und 3600 Arbeitsplätze in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen. Nachzulesen ist das im Übrigen in dem zu dem Kiessymposium zum Kiesabbau am 21. März 2013 in Isselburg herausgebrachten Buch („Kiesabbau – was bleibt?“ ab Seite 54). Auch der bereits 2008 gedrehte EDEN – Film über den Kiesabbau verdeutlicht den immensen Flächenverbrauch durch Abgrabungen.

Leider waren damals Vertreter der landwirtschaftlichen Verbände, der Landfrauen und auch der Landjugend trotz Einladung zu diesem höchst informativen Symposium nicht anwesend.

Dabei war die Veranstaltung damals mit über 300 Personen überaus gut besucht. Sie bot die einmalige Gelegenheit, durch qualifizierte Referenten weitreichende Informationen aus verschiedenen Perspektiven zu den Auswirkungen des großflächigen Kiesabbaus zu bekommen.

Die enormen Auswirkungen betreffen dabei gerade auch die Landwirtschaft. Herr Peters sollte diese Kies - Problematik endlich erkennen, statt in seinen öffentlichen Auftritten auszuklammern. Nur so kann er wirksame Hilfestellung für seine durch den fortschreitenden Kiesabbau gebeutelten Bauern leisten.

Dr. Leo Rehm (Sprecher EDEN e. V. Rees)                                               Rees, 10.08.2015

Bergswick 9

46459 Rees                                                                

Tel. Dienst: 02857/3473

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