Bocholt.
Kein Kiesabbau in Suderwick?
11.12.2013 | 00:21 Uhr

Bocholt. Ein „systematischer Fehler“ sorgt für eine faustdicke Überraschung: Die geplante Kiesabgrabung in Suderwick liegt auf Eis: Der Regionalrat wird nächste Woche Montag voraussichtlich einen Regionalplan verabschieden, bei dem die Abgrabungsfläche in Suderwick erst mal rausgenommen wird.
Proteste blieben

Ursprünglich hatte die Niederrheinische Kies- und Sandbaggerei (NKSB) in Suderwick auf einer Fläche von gut 120 Hektar Kies abbauen wollen. Die Fläche wurde im jüngsten Regionalplan-Entwurf letztlich auf 40,4 Hektar reduziert. Doch die Bürger-Proteste beiderseits der Grenze blieben. Auch die Städte Bocholt und Aalten, die Naturschutzverbände, der Westfälisch-Lippische Landschaftsverband und der Kreis Borken schlossen sich dem Widerstand an.

Am 16. Dezember nun soll der Regionalrat den Aufstellungsbeschluss zum neuen Regionalplan fassen und hier gibt es einen „neuen Sachstand bei den Abgrabungsbereichen für Kies/Kiessand“, wie es in den Sitzungsunterlagen heißt. Denn der Geologische Dienst teilte mit, es gebe einen „systematischen Fehler im Abgrabungsmonitoring“. Das Ergebnis in kurzen Worten: So viel Kiesfläche, wie der neue Regionalplan ausweise, werde gar nicht gebraucht. Entweder sei die Abgrabungsfläche in Suderwick oder die in Steinfurt zu viel. Und da schon in Isselburg nach Kies gegraben werde, soll nicht direkt daneben eine neue Fläche geschaffen werden.

Wegen der „räumlich-ausgewogenen Verteilung“ fällt Suderwick raus und Steinfurt bleibt drin im Regionalplan.

„Ein schönes Weihnachtsgeschenk für alle in Suderwick, Dinxperlo und Bocholt“, frohlockt Regionalrats-Mitglied Gerti Tanjsek. (SPD). Sie schreibt den Erfolg vor allem der „sehr guten und ausdauernden Zusammenarbeit“ ihrer Partei in Stadt, Kreis und Regionalrat zu. Erleichtert, aber nicht enthusiastisch zeigte sich gestern Abend Bocholts Stadtplanerin Andrea Döring. So richtig freuen könne sie sich erst, wenn der Regionalrat nächsten Montag dies alles tatsächlich so beschließe. Döring wies darauf hin, dass die Stadt immer schon daran gezweifelt habe, dass der Kiesverbrauch linear auf die kommenden Jahre hochgerechnet werde. Der Zusammenbruch des Kiesmarktes in den Niederlanden habe ja schon gezeigt, dass sich die Nachfrage verändere.
Eine Frage der Zeit

Dörings Freude ist auch deshalb etwas getrübt, weil ja weiterhin jede Menge Kies in Suderwicks Boden liegt. Es sei also nur eine Frage der Zeit, bis man auf dieses Kiesgebiet wieder zurückkomme. Die Stadtplanerin schätzt: „In 10 bis 15 Jahren werden wir uns wieder mit dem Thema beschäftigen, denn die Lagerflächen sind endlich.“

Volker Morgenbrod

 

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