17. Dezember 2013 | 00.00 Uhr Emmerich

120 Hektar Kiesfläche fallen weg

Überraschende Entwicklung bei der Ausweisung neuer Kiesflächen: Der Regionalrat in Münster gestern in seiner Sitzung entschieden, die Abgrabungsfläche in Suderwick nicht in den Regionalplan aufzunehmen. Zunächst war eigentlich vorgesehen, den Bereich für Kiesabgrabung zu reservieren.

Grund dafür sei "die Korrektur des Bedarfs am Rohstoff Kies, der bislang zu hoch angesetzt war", heißt es. Außerdem sei es Zielsetzung des vom Regionalrat verabschiedeten Regionalplans, im ganzen Münsterland "zu einer räumlich ausgewogenen Verteilung der Abgrabungsflächen für Kies zu kommen".

Landrat begrüßt die Entscheidung

Landrat Dr. Kai Zwicker begrüßte für den Kreis Borken diese Entscheidung: "Seit Jahren haben wir die Bedarfsermittlung sehr kritisch gesehen und dies in unseren Stellungnahmen - zuletzt im Sommer - deutlich gemacht. Jetzt wurden wir in unserer Auffassung bestätigt. Ich freue mich über die Entscheidung des Regionalrates."

Weniger begeistert von dieser Entwicklung dürfte die Reeser Kiesfirma Holemans sein. Sie hatte die Fläche als mögliches Auskiesungsgebiet im Auge. Das Areal war in mehreren Schritten von der Bezirksregierung bereits von 120 auf 90 und dann auf 45 Hektar verkleinert worden. Jetzt ist die Fläche ganz herausgefallen.

Gleichzeitig hat der Regionalrat auch entschieden, dass die Auskiesungsfläche In der Breels von derzeit 45 Hektar auf 73 Hektar vergrößert werden soll.

Isselburg21-Bürger geteilter Meinung

Geteilt ist die Reaktion der Bürgerinitiativen auf die Entscheidung. "Wir haben bei der Gründung unserer Bürgerinitiative bereits gesagt, dass wir in Isselburg und der gesamten Region um jeden Hektar Land kämpfen werden. Jeder Hektar, der nicht zur Wasserwüste wird, ist ein Gewinn für die Heimat, die Natur, die Menschen. Daher freuen wir uns sehr, dass es in Suderwick und auch im benachbarten Spork voraussichtlich nicht zu jeweils 120 Hektar Wasserwüste kommen wird, so wie die Kiesindustrie das eigentlich geplant hatte", so Michael Kempkes, Vorsitzender der Bürgerinitiative Isselburg21, gestern in einer Stellungnahme.

"Für unser Stadtgebiet haben wir ebenfalls viel erreichen können, auch wenn 28 Hektar Erweiterung für die Breels politisch beschlossen wurden. Ohne Zweifel hätten wir gerne noch mehr verhindert, doch angesichts der Tatsache, dass hier bereits ein Baggerloch genehmigt war und bereits geschaffen wurde, ließ sich wohl nicht mehr verhindern." Er bedankt sich auch für die Unterstützung durch die Bürgerinitiative Eden aus Rees und Dinxperwick aus den Niederlanden.

Quelle: zel

Diese Webseite verwendet Cookies, um die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen.
Weitere Informationen Ok