Pressemitteilung zur Verabschiedung des Regionalplans am 16.12.13
 
In seiner heutigen Sitzung hat der Regionalrat Münsterland beschlossen, dass es in Suderwick zu einem vollständigen Verzicht auf die Auskiesungsfläche kommt und dass es bei uns in Isselburg in der Breels von derzeit genehmigten 45 ha zu einer Erweiterung auf 28 ha kommen wird, sodass zusammen genommen eine Gesamtfläche von 73 ha ausgekiest werden kann. Das ist unseres Erachtens ein sehr wichtiger Beschluss für die gesamte Region, also kommunenübergreifend bezogen auf Bocholt, Aalten und Isselburg, und damit also auch grenzübergreifend. 


Wie bewerten wir die sich seit einigen Wochen abzeichnende und nun beschlossene Entwicklung seitens des Vorstandes? Wir haben bei der Gründung unserer Bürgerinitiative im Frühjahr 2012 bereits gesagt, dass wir in Isselburg und der gesamten Region um jeden Hektar Land kämpfen werden. Jeder Hektar, der nicht zur Wasserwüste wird, ist ein Gewinn für die Heimat, die Natur, die Menschen! Von daher freuen wir uns sehr, dass es in Suderwick und auch im benachbarten Spork voraussichtlich nicht zu jeweils 120 ha Wasserwüste kommen wird, so wie die Kiesindustrie das eigentlich geplant hatte. Für unser Stadtgebiet haben wir ebenfalls viel erreichen können, auch wenn heute  die 28 ha Erweiterung für die Breels politisch beschlossen wurden. Ohne Zweifel hätten wir gerne noch mehr verhindert, doch angesichts der Tatsache, dass hier bereits ein Baggerloch genehmigt war und bereits geschaffen wurde, ließ sich wohl nicht mehr verhindern. Wir haben beinah das Maximum für unsere Stadt geschafft! Denn was kaum jemand weiß, ist, dass die Kiesindustrie hinter der Breels noch viel mehr Fläche für sich ins Visier genommen hatte und weitere 100ha bis zum Rande des Schüttensteiner Waldes auskiesen wollte. Damit haben wir gut 150ha Auskiesungsfläche durch unseren Kampf vorerst verhindern können.


 Dass das wirklich so ist, haben wir im vergangenen August erfahren, als wir gemeinsam mit einigen Vorstandsmitgliedern der befreundeten Bürgerinitiative Dinxperwick nach Münster gefahren sind, um dort mit den Regionalplanern zu sprechen. Regionalplaner Lange sagte dort unmissverständlich, dass die Erweiterung der Breels auf mindestens 120 ha ebenso genehmigt worden wäre, wie auch die 120ha in Suderwick. Nur aufgrund des massiven Widerstandes der Bürgerinitiativen hätte es in der Politik und den Verwaltungen Umdenkungsprozesse gegeben. Das verdeutlicht wie wichtig und gleichzeitig effektiv unser Widerstand war. Und auch das Zusammenarbeiten von Dinxperwick, Eden und uns war überaus wichtig, weil wir die Region und nicht nur das eigene Stadtgebiet gesehen haben. Erst durch uns als Bürgerinitiativen haben wir die Politik in den Kommunen, dem Kreis Borken, dem Regierungsbezirk Münster sowie auch auf Landesebene bewegen können, sich inhaltlich kritisch mit dem Raubbau an der Natur und unserer Heimat zu beschäftigen. Dies mündete schließlich auf kommunaler Ebene in einer fraktionsübergreifenden, einstimmigen Erklärung des Rates gegen weiteren Kiesabbau in Isselburg.


Unabhängig von dieser so wichtigen Entscheidung werden wir weiterhin die Ziele der Kiesindustrie sehr aufmerksam begleiten, denn die mächtigen Rohstoffvorkommen in unserer Region werden nach wie vor die Begehrlichkeiten der Kiesindustrie aufrechterhalten. Die Unternehmen werden immer wieder Vorstöße wagen, um an die reich machenden Sande und Kies zu kommen. Darüber hinausgehend werden wir weiterhin mit den befreundeten Bürgerinitiativen Dinxperwick und Eden zusammenarbeiten und die Kiesindustrie kritisch beobachten.


Wir gehen davon aus, dass die Kiesindustrie nach der heutigen Niederlage dennoch weiterhin um jeden Hektar kämpfen wird. Für uns in Isselburg wird der Kampf wahrscheinlich noch schwieriger werden, da sich bei uns bereits ein Baggerloch befindet und in Suderwick die Schaffung eines neuen verhindert werden konnte. Von daher wird sich die Kiesindustrie wohl eher auf Isselburg mit seinen mächtigen Vorkommen fokussieren.


Abschließend möchten wir uns bei unseren befreundeten Bürgerinitiativen Dinxperwick und Eden für die allzeit gute und konstruktive Zusammenarbeit bedanken. Wir bedanken uns beim Rat der Stadt Isselburg für die einstimmige Resolution gegen weiteren Kiesabbau in unserem Stadtgebiet. Wir bedanken uns bei allen Politikern auf kommunaler Ebene, auf Kreis-, Regierungsbezirks- und Landesebene, denen wir unsere Sorgen und Bedenken mitteilen konnten, für einen offenen Dialog auf  Augenhöhe. Wir bedanken uns bei allen Mitgliedern und Unterstützern für den Rückhalt.

 

Michael Kempkes

Vors. Bürgerinitiative Isselburg 21 e.V.

 

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